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Tipps: Badminton

Turnierformen für Sportunterricht und Training (1)

Tipps für Sportlehrerinnen und -lehrer von Klaus-Dieter Lemke, Schulsportreferent des DBV (zusammengefasst aus der Broschüre "Badminton in der Schule") 

Der Wettkampfgedanke vermittelt den Schülern eine Anzahl von wesentlichen Erfahrungen.
Im schulischen Bereich sollte man jedoch negative Begleiterscheinungen wie zum Beispiel die Frustration des Leistungsschwächeren so gut es geht verhindern. Dies erreicht man, wenn folgende Regelungen berücksichtigt werden:

  • Wettkämpfe können in voneinander getrennten leistungshomogenen Gruppen durchgeführt werden, oder das Turniersystem gestaltet die Paarungen immer leistungshomogener.
  • Handicaps für stärkere Schüler in Form von Punktevorgaben für die Gegner können unterschiedliche Leistungsniveaus ausgleichen. -  Bei der Zusammenstellung von Doppelpaaren oder Mannschaften können Leistungsschwächere den Stärkeren zugeordnet werden.
  • Nach Möglichkeit sollte „gesetzt“ werden, d.h., dass die vermutlich stärksten Spieler nicht sofort gegeneinander spielen müssen. 

Speziell für die Schule sollten Turnierformen gewählt werden, die zeitlich genau zu berechnen sind, eine relativ kurze Turnierdauer zulassen und allen Schülern eine intensive Beteiligung ermöglichen.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über  Vor- und Nachteile unterschiedlicher Turnierformen (Tabellenansicht). 

Kurzbeschreibungen zu den einzelnen Turnierformen:

Nr. 1:   Jeder gegen jeden
Nach festgelegter Reihenfolge spielt jeder gegen jeden. Die Namen werden auf den vorbereiteten Formularen eingetragen, wobei jeder Name einer Nummer zugeordnet wird. Da dieses System sehr zeitaufwendig ist, empfiehlt es sich, besser mehrere kleine Gruppen als eine große Gruppe zu bilden. Die Anzahl der Gesamtspiele einer Gruppe mit n Teilnehmern kann nach der Formel  n (n-1) : 2  schnell berechnet werden.
Beispiel:  8 Teilnehmer:  8 (8-1) : 2 = 28 Spiele;auf 4 Feldern = 7 Runden = 20 min. x 7 = 140 min. Gesamtdauer des Turnieres. Um Zeit zu gewinnen, ist es möglich, nur einen Satz mit 15 (Jungen) bzw. 11 Punkten (Mädchen) oder einen Langsatz mit 21 Punkten bzw. zwei mit 9 Punkten zu spielen. 

Nr. 2:   K.O.-System
Nur bei sehr großer Schülerzahl ist diese Turnierform aus organisatorischen Gründen zu wählen. Der Gewinner kommt eine Runde weiter, der Verlierer scheidet aus. Sehr wichtig ist es, dass zu Beginn des Turnieres die Besten „gesetzt“ werden, d.h., sie werden so in den Turnierplan eingetragen, dass sie erst sehr spät gegeneinander spielen müssten: Der vermutlich beste Spieler wird an 1, der zweitbeste an 16, der drittbeste an 9 und der viertbeste an 8 „gesetzt“. 

Nr. 3:   Doppel-K.O.-System 
Diese Turnierform ähnelt dem K.O.-System, jedoch scheidet hier ein Spieler erst nach der zweiten Niederlage aus. Wenn ein Spiel in der Hauptrunde verloren wird, spielt man in der Trostrunde (Verliererseite) weiter und kann noch Turniersieger werden. Ein Nachteil besteht darin, dass sich das Turnier gegen Ende stark in die Länge zieht. Bei 16 Teilnehmern müssen manche Schüler bis zu 9 Spiele absolvieren, was natürlich längere Pausen bedingt. 

Nr. 4:   Ranglistensystem
Es werden alle Plätze ermittelt, es scheidet niemand aus und jeder spielt bei 16 Teilnehmern viermal. In der Schule ist es deshalb sinnvoll, jeweils nur einen Gewinnsatz spielen zu lassen. 

Nr. 5:   K.O.-Pool-System
Dieses Mischsystem beginnt mit zwei K.O.-Runden in Ranglistenform und wird dann in der Gruppenform „Jeder gegen Jeden“ weitergespielt. Gegenüber einem reinen Gruppenturnier ist es früher beendet, und am Schluss werden in sehr homogenen Gruppen die Plätze ausgespielt. Da die ersten beiden Spiele über die späteren Platzierungsmöglichkeiten entscheiden, sollte vorher „gesetzt“ werden. 

Nr. 6:   Gruppen-K.O.-System
Es handelt sich um ein Mischsystem aus Gruppen- und Ranglistenspielen, das den Vorteil hat, dass keine Schülerin und kein Schüler ausscheidet, sondern alle um die Plätze spielen lässt. Es eignet sich besonders für Sportfeste oder Schulturniere. 

Nr. 7:   Kaiserspiel
Die Rangfolge der Schüler/innen lässt sich am Ende des Turnieres daran ablesen, auf welchem Feld sie spielen. Die Felder sind fortlaufend nummeriert, wobei der Sieger des Spiels auf Feld Nr. 1 am Schluss Gesamtsieger („Kaiser“) ist. Entsprechend wird die Platzierung der anderen Teilnehmer weitergezählt: Verlierer auf Feld Nr. 1 ist Zweiter, Sieger auf Feld Nr. 2 ist Dritter usw. Wer gewinnt, wechselt jeweils zum Feld mit der niedrigeren Nummer (nach oben), wer verliert zum Feld mit der höheren Nummer (nach unten).
Einige Regeln sollten beim Kaiserspiel beachtet werden: 

  • Die Schüler werden zu Beginn nach Spielstärke verteilt: Die Schwächsten beginnen auf Feld   Nr. 1, die Stärksten auf Feld Nr. 8.
  • Wenn mehr Spieler als Plätze auf den Feldern vorhanden sind, sind die besseren Spieler zu Beginn Reservespieler (R 1-4). Damit ist gewährleistet, dass auch die Schwächeren lange im Turnier bleiben.
  • Eine Runde wird jeweils auf Zeit gespielt, d.h. auf ein Zeichen beginnen und enden die Spiele gemeinsam. Bei unentschiedenem Spielstand wird bis zum nächsten Punkt weitergespielt. Durch diese Zeitbegrenzung lässt sich die Turnierlänge sehr gut organisieren.
  • Insgesamt darf das Turnier nicht zu lange dauern, zumal es langweilig wird, wenn die Spieler pendeln und immer gegen dieselben Gegner antreten müssen. Man wartet, bis die Spielstärksten sich von unten bis zur „Kaiserposition“ hochgearbeitet haben.  

Wer an weiteren Informationen zum Thema Badminton in der Schule interessiert ist, sollte sich die Schulsportbroschüre des Deutschen Badminton-Verbandes bestellen: Badminton in der Schule, Eine Informationsmappe für Lehrerinnen und Lehrer. Alles über Technik, Taktik und Training, 78 Seiten mit vielen Übungs- und Spielformen. Zu beziehen über:  Meyer & Meyer Fachverlag & Buchhandel GmbH, Von-Coels-Str. 390, 52080 Aachen. Tel.: 0241 / 95810-13, Fax: 95810-10. E-Mail: vertrieb @ m-m-sports.com. Preis: 5,50 Euro. Hinzu kommen - unabhängig von der bestellten Anzahl - 3 Euro für Versand.

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