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Trainingstipps

Trainingstipps Judo

Liebe Judoka,
wenn wir uns über die Methodik des Judounterrichts Gedanken machen, kommen wir irgendwann zu dem Punkt über die Rolle des Partners nachzudenken. Jeder hat es sicherlich schon erlebt, dass manche Dinge nur mit gut eingespieltem Uke funktionieren. So steht die Frage im Raum, inwieweit der Partner beim Lernen und Üben von Techniken helfen kann, oder sogar helfen soll. „ Gegenseitiges Helfen zum beiderseitigen Wohlergehen“. Schon mal gehört?
Bereits 1972 hat MAHITO OHGO in seinem Buch „Judo Grundlagen-Methodik“ die analytisch-synthetische Lehrmethode vorgestellt. Es sollen Teilbewegungen von Uke und von Tori im Tandoku-renshu Stil isoliert geübt werden, um sie dann im Uchi-komi und Nage-komi wieder zusammen zu fügen. Gerade bei Fegetechniken, die ein hohes Timinggefühl erfordern, empfiehlt sich eine solche Vorgehensweise. Zum Beispiel diese weiteren Vorübungen zu Harai-tsuri-komi-ashi, den wir im Judo-Magazin Ausgabe 09-10/03 vorgestellt haben: 

Aber auch in allen anderen Trainingssituationen spielt der Partner eine entscheidende Rolle. Zum einen kann er in geschlossenen Situationen des Technikerwerbstrainings helfen, zum anderen kann er in offenen Situationen des Technikanwendungstrainings die Aufgabe gestalten oder den Widerstand dosieren. Egal welche Aufgabe Uke zu erfüllen hat, er muss jederzeit mit Verstand und Einfühlungsvermögen an der Lösung der Aufgabe beteiligt sein. Nur so ist gemeinsames Training langfristig erfolgreich.
Die oberste Zielsetzung beim Erlernen von Bewegungen ist das Vermitteln eines so genannten Bewegungsgefühls. Dabei spielt die Differenzierung der kinästhetischen Wahrnehmung die entscheidende Rolle. Damit ist das Erkennen und Einordnen von unterschiedlichen Muskelspannungen und Gelenkwinkelstellungen gemeint. Uke, der durch gezielte Aufgabenstellungen im richtigen Moment Zug, Druck oder einfach nur dosierte Spannungen auf Tori überträgt, kann so die entscheidende Hilfe zur Entwicklung dieses oben erwähnten Bewegungsgefühls sein. Zum Beispiel entwickelt ein mit geschlossenen Augen angesetzter O-uchi-gari  

als Reaktion auf das nach vorne kommende Bein von Uke dieses innere Wahrnehmungsgefühl.  

Dazu verweisen wir auf unsere Lehrserien zur Koordinationsschulung in den Judo-Magazinen 07/02 – 10/02.Zu unserer Lehrserie „Die Rolle des Partners beim Techniktraining“ stellen wir Uchi-komi Formen vor, in denen Uke durch kleine Hilfen die Positionen von Tori verbessern soll. Durch diese Korrekturen soll das Gefühl für die richtigen Fußstellungen, Kontaktpunkte, Zug- und Druckrichtungen verbessert werden.

Verbessern beidbeiniger Eindrehtechniken

am Beispiel Ippon-seoin-nage:

In der ersten Serie macht Tori einen korrekten Ansatz, Uke braucht nicht einzugreifen.

In der zweiten Serie hat sich Tori nicht weit genug eingedreht, Uke zieht Tori in die richtige Position, in dem sie weit mit dem freien Arm um Toris Bauch greift.  

In der dritten Serie steht Tori wiederum zu weit außen. Jetzt korrigiert Uke durch einen weiten Schritt zur Seite und stellt aktiv die richtige Position her. 

Verbessern von Sicheltechniken

am Beispiel O-soto-gari und O-uchi-gari:

Im ersten Beispiel macht Tori einen Angriffsschritt diagonal rechts vor und folgt mit dem Standbein neben Uke. Erst jetzt setzt Uke den rechten Fuß ein wenig zurück und beugt sich aktiv in die Wurfrichtung. Nun erfolgt der Einsatz des Schwungbeines. Diese Übung wird rhythmisch in Serien 8-12-mal wiederholt. So lernt Tori allmählich mit Hilfe des Partners die korrekte Fußposition und die Zug- und Wurfrichtung kennen.  

Im zweiten Beispiel greift Tori mit O-uchi-gari an. Nach diagonalem Auftaktschritt rechts vor und Kreuzschritt hinten links, setzt Uke den linken Fuß aktiv nach vorne, um Platz zu schaffen.   

Jetzt kann Tori die Sicheltechnik ansetzen. Dabei hilft Uke zusätzlich durch aktives Heranziehen des Partners mit dem linken Arm, um Bauch-Bauch-Kontakt herzustellen. 

Auch diese Uchi-komi Form soll 8-12 mal rhythmisch wiederholt werden.Viel Spaß beim gemeinsamen Training!! 

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